evangelisch.de

Im Wahlkampf heisst es oft das die Menschen mitgenommen werden müssen, doch wenn wer die Wahlbeteiligung der letzten Jahre analysiert kommt zu dem Schluss das viele das gar nicht wollen. Ähnliche Probleme wie die Politik hatte auch die evangelische Kirche in den letzten Jahren: Mitgliederschwund und damit sinkende Einnahmen schränken die Gestaltungmöglichkeiten ein. Als Antwort auf die permanent zunehmende (digitale) Zersplitterung der Gesellschaft wurde heute mit einer Online-Pressekonferenz das neue Portal evangelisch.de eröffnet. Prall gefüllt mit Inhalten zu aktuellen Themen, christlichen Weltbildern und einer großen Prise sozialen Netzwerken hat die Previon AG auf der soliden Basis des Open-Source Content Management Systems Drupal ein wirklich gelungenes Internetportal geschaffen. Besonders die enge Verbindung zur Redaktion des Magazins Chrismon und die daraus resultierende gute Ausgestaltung mit Inhalten dürften die Attraktivität und den Nutzwert für die avisierte Zielgruppe exponentiell erhöhen.

Da man die Institution Kirche im erweiterten Sinne ebenfalls als Dienstleister bezeichnen kann, ist eine Verlagerung der angebotenen Produkteins Internet (in diesem Fall weniger materiell als vielmehr spirituell erfahrbar) auch für uns als eGov-Magazin interessant.

Konzept

www.evangelisch.de.jpg

Beim ersten Blick auf die Website fallen sofort die 3 Säulen auf, die das Fundament bilden: Themen, Kompass und Community. Der Themen-Bereich bietet sich als Nachrichten-Plattform zum aktuellen Geschehen an, die klassische Navigation mit Politik, Kultur und Co. wurde hier weitgehend von anderen Plattformen übernommen (was die Benutzbarkeit deutlich erhöht).www.evangelisch.de-1.jpg

Die Artikel lassen sich wie aus Blogs gewohnt direkt kommentieren, es findet also eine unmittelbare Diskussion statt. Überhaupt sollen die Artikel nur Impulse für eine Diskussion der Nutzer geben und weniger klassischen Magazincharakter haben. Aktuelle Themenschwerpunkte wie die Bundestagswahl werden in Specials ausführlich behandelt und gebündelt dem Leser angeboten.


Der 2.Teil des Angebots, der so genannte “Kompass” hingegen wird nahezu komplett aus Positionen der evangelischen Kirche bestritten. Mit Themen wie “12 gute Gründe in der Kirche zu sein” wird die Identifikation mit der Institution Kirche gefestigt und Argumentationshilfen für den Alltag gegeben. Passender weise wird auch gleich eine Anleitung gegeben wie man möglichst schnell Mitglied werden kann. www.evangelisch.de-2.jpg

Darüber hinaus findet man übersichtlich gestaltete Infoboxen die wichtige Informationen wie eine Gemeindesuche oder die Institutionendatenbank mit allen Ansprechpartnern. Nicht fehlen darf natürlich auch hier die Tag-Wolke mit allen wichtigen Schlagworten nicht fehlen, sogar der Videokanal der Tagesschau wird in die Seite integriert.

Das soziale Netzwerk

Nicht noch ein soziales Netzwerk wird sich der ein oder andere denken, doch trotz aller Gemeinsamkeiten mit Facebook und Co. Geht evangelisch.de hier auch eigene Wege. Bei der Anmeldung gilt es viele persönliche Felder a là “Was bringt mich auf die Palme” zu beantworten, so dass andere Benutzer sich auch ein Bild von der eigenen Persönlichkeit machen können. Überhaupt geht es hier mehr um aktive Teilhabe als um die berühmt berüchtigten Karteileichen, die zu einem Großteil die anderen sozialen Netzwerke wie Myspace oder Facebook bevölkern. Das eigene Profil steht nämlich eher im Hintergrund und wird ohne eigene Aktivität auch niemanden gezeigt.Profil von dogpile | <a href=www.evangelisch.de-1.jpg" /> Ein besonderes Merkmal der evangelisch.de-Community ist das “Ich höre zu Feld”. Die Benutzer können sich so auf Wunsch als digitaler Kummerkasten und Ansprechpartner für andere User zu erkennen geben. Diese Funktion ist genau umgekehrt zur sonst üblichen “ignorieren”-Funktion bei den anderen Anbietern und bedeutet einen wirklichen Mehrwert für die Benutzer, da direkte Interaktion auch mit unbekannten Mitgliedern möglich ist.  Die üblichen sozialen Kreise können mit dieser Funktion ausgehebelt werden und interessante neue Kontakte ein durchaus wünschenswertes Resultat und liegt voll im Trend des derzeit so oft zitierten “Crowd-Sourcing” (d.h. die User für sich arbeiten lassen).Fotoalben die mit mehr oder minder lustigen Selbstinszenierungen gefüllt sind, gibt es hier nicht. Dafür können die Nutzer “Lebensbücher” von Festen wie der Konfirmation, Taufe oder auch zur Erinnerung an denkwürdige Ereignisse (Tod, Geburt etc.) anlegen um ihre Gefühle mit der Gemeinschaft zu teilen, eine gelungene Alternative zur sonst vorherrschenden Beliebigkeit. 

Bedienung

Auch auch bei der Benutzbarkeit der Seite wurden viele gute Praktiken eingesetzt: schon bei der Registrierung wird der Nutzer auf schwache Passwörter hingewiesen. Eine besonders innovative Variante wurde für das Hilfesystem benutzt. Profil von dogpile | <a href=www.evangelisch.de.jpg" />Mit einer zugekauften Lösung von Modsite.de führt eine junge Frau durch die ersten Schritte und erklärt auf die natürlichste Art und Weise die Welt der Community: Sie stellt sich einfach als Videoanimation vor die Website und fängt an zu reden. Diese Variante ist wirklich hilfreich, besonders für unerfahrene Internetnutzer kann Sie einen spielerischen Umgang mit dem neuen Medium bedeuten und Hemmungen abbauen.

Die bereits erwähnte Gemeindesuche ist sicher hilfreich, aber definitiv noch ausbaufähig, so wurden bei einer Stichprobe weder in Leipzig noch in Jena Adressen genannt, nur die Namen der Pfarrkreise wurden dargestellt. Hier wäre eine Verlinkung der Gemeindeseiten vor Ort eine große Hilfe, eventuell lassen sich sogar Online-Sprechzeiten der Pfarrer vor Ort mit einem Chat-Modul realisieren. Das liegt definitiv im Rahmen des machbaren und würde sich logisch in das schlüssige Gesamtkonzept der Seite einfügen, hängt aber in erster Linie von der Akzeptanz der einzelnen Gemeinden und ihrer technischen Ausstattung ab. Die Möglichkeit zu jedem Bereich der Seite öffentlich seine Meinung zu sagen ist erfreulich und es bleibt abzuwarten ob eventueller Missbrauch durch die Community oder Moderatoren wirksam abgefangen werden kann. Die Hemmschwelle zu partizipieren liegt aber bewusst niedrig und macht es dem Nutzer nicht schwer sich zu artikulieren. Weniger gut ist die Usability der Seite wenn es um Behinderungen geht: so existiert keine Möglichkeit die Schriftgröße zu verändern und auch die Bildtitel sind nicht durchgängig mit Alternativtexten für Braille-Lesegeräte formatiert. 

Fazit

Der Versuch die evangelische Kirche auch für die Nutzer der neuen Medien ins 21.Jahrhundert zu verlagern ist geglückt. Eine stimmig gestaltete Webseite trifft auf gut gepflegten Inhalt und hoffentlich zahlreiche aktive Benutzer. Durch die einfache Möglichkeit sich zu vernetzen und zu beteiligen wird Menschen mit christlichem Hintergrund und auch allen anderen Interessierten ein gutes Werkzeug an die Hand gegeben. Der Mehrwert dieser Lösung im eGov- Umfeld bietet durchaus einige innovative Ansätze und ist im großen und Ganzen technisch durchaus auf der Höhe der Zeit. Wenn die Pflege der Seite weiter so betrieben wird wie geplant, sollte einem Erfolg der sich auch in vielen Seitenaufrufen ausdrückt ,nichts mehr im Weg stehen. 

evangelisch.de

Im Wahlkampf heisst es oft das die Menschen mitgenommen werden müssen, doch wenn wer die Wahlbeteiligung der letzten Jahre analysiert kommt zu dem Schluss das viele das gar nicht wollen. Ähnliche Probleme wie die Politik hatte auch die evangelische Kirche in den letzten Jahren: Mitgliederschwund und damit sinkende Einnahmen schränken die Gestaltungmöglichkeiten ein. Als Antwort auf die permanent zunehmende (digitale) Zersplitterung der Gesellschaft wurde heute mit einer Online-Pressekonferenz das neue Portal evangelisch.de eröffnet. Prall gefüllt mit Inhalten zu aktuellen Themen, christlichen Weltbildern und einer großen Prise sozialen Netzwerken hat die Previon AG auf der soliden Basis des Open-Source Content Management Systems Drupal ein wirklich gelungenes Internetportal geschaffen. Besonders die enge Verbindung zur Redaktion des Magazins Chrismon und die daraus resultierende gute Ausgestaltung mit Inhalten dürften die Attraktivität und den Nutzwert für die avisierte Zielgruppe exponentiell erhöhen.
Da man die Institution Kirche im erweiterten Sinne ebenfalls als Dienstleister bezeichnen kann, ist eine Verlagerung der angebotenen Produkteins Internet (in diesem Fall weniger materiell als vielmehr spirituell erfahrbar) auch für uns als eGov-Magazin interessant.
Konzept

Beim ersten Blick auf die Website fallen sofort die 3 Säulen auf, die das Fundament bilden: Themen, Kompass und Community. Der Themen-Bereich bietet sich als Nachrichten-Plattform zum aktuellen Geschehen an, die klassische Navigation mit Politik, Kultur und Co. wurde hier weitgehend von anderen Plattformen übernommen (was die Benutzbarkeit deutlich erhöht).
Die Artikel lassen sich wie aus Blogs gewohnt direkt kommentieren, es findet also eine unmittelbare Diskussion statt. Überhaupt sollen die Artikel nur Impulse für eine Diskussion der Nutzer geben und weniger klassischen Magazincharakter haben. Aktuelle Themenschwerpunkte wie die Bundestagswahl werden in Specials ausführlich behandelt und gebündelt dem Leser angeboten.
Der 2.Teil des Angebots, der so genannte “Kompass” hingegen wird nahezu komplett aus Positionen der evangelischen Kirche bestritten. Mit Themen wie “12 gute Gründe in der Kirche zu sein” wird die Identifikation mit der Institution Kirche gefestigt und Argumentationshilfen für den Alltag gegeben. Passender weise wird auch gleich eine Anleitung gegeben wie man möglichst schnell Mitglied werden kann. 
Darüber hinaus findet man übersichtlich gestaltete Infoboxen die wichtige Informationen wie eine Gemeindesuche oder die Institutionendatenbank mit allen Ansprechpartnern. Nicht fehlen darf natürlich auch hier die Tag-Wolke mit allen wichtigen Schlagworten nicht fehlen, sogar der Videokanal der Tagesschau wird in die Seite integriert.
Das soziale Netzwerk
Nicht noch ein soziales Netzwerk wird sich der ein oder andere denken, doch trotz aller Gemeinsamkeiten mit Facebook und Co. Geht evangelisch.de hier auch eigene Wege. Bei der Anmeldung gilt es viele persönliche Felder a là “Was bringt mich auf die Palme” zu beantworten, so dass andere Benutzer sich auch ein Bild von der eigenen Persönlichkeit machen können. Überhaupt geht es hier mehr um aktive Teilhabe als um die berühmt berüchtigten Karteileichen, die zu einem Großteil die anderen sozialen Netzwerke wie Myspace oder Facebook bevölkern. Das eigene Profil steht nämlich eher im Hintergrund und wird ohne eigene Aktivität auch niemanden gezeigt. Ein besonderes Merkmal der evangelisch.de-Community ist das “Ich höre zu Feld”. Die Benutzer können sich so auf Wunsch als digitaler Kummerkasten und Ansprechpartner für andere User zu erkennen geben. Diese Funktion ist genau umgekehrt zur sonst üblichen “ignorieren”-Funktion bei den anderen Anbietern und bedeutet einen wirklichen Mehrwert für die Benutzer, da direkte Interaktion auch mit unbekannten Mitgliedern möglich ist.  Die üblichen sozialen Kreise können mit dieser Funktion ausgehebelt werden und interessante neue Kontakte ein durchaus wünschenswertes Resultat und liegt voll im Trend des derzeit so oft zitierten “Crowd-Sourcing” (d.h. die User für sich arbeiten lassen).Fotoalben die mit mehr oder minder lustigen Selbstinszenierungen gefüllt sind, gibt es hier nicht. Dafür können die Nutzer “Lebensbücher” von Festen wie der Konfirmation, Taufe oder auch zur Erinnerung an denkwürdige Ereignisse (Tod, Geburt etc.) anlegen um ihre Gefühle mit der Gemeinschaft zu teilen, eine gelungene Alternative zur sonst vorherrschenden Beliebigkeit.
Bedienung
Auch auch bei der Benutzbarkeit der Seite wurden viele gute Praktiken eingesetzt: schon bei der Registrierung wird der Nutzer auf schwache Passwörter hingewiesen. Eine besonders innovative Variante wurde für das Hilfesystem benutzt. Mit einer zugekauften Lösung von Modsite.de führt eine junge Frau durch die ersten Schritte und erklärt auf die natürlichste Art und Weise die Welt der Community: Sie stellt sich einfach als Videoanimation vor die Website und fängt an zu reden. Diese Variante ist wirklich hilfreich, besonders für unerfahrene Internetnutzer kann Sie einen spielerischen Umgang mit dem neuen Medium bedeuten und Hemmungen abbauen.
Die bereits erwähnte Gemeindesuche ist sicher hilfreich, aber definitiv noch ausbaufähig, so wurden bei einer Stichprobe weder in Leipzig noch in Jena Adressen genannt, nur die Namen der Pfarrkreise wurden dargestellt. Hier wäre eine Verlinkung der Gemeindeseiten vor Ort eine große Hilfe, eventuell lassen sich sogar Online-Sprechzeiten der Pfarrer vor Ort mit einem Chat-Modul realisieren. Das liegt definitiv im Rahmen des machbaren und würde sich logisch in das schlüssige Gesamtkonzept der Seite einfügen, hängt aber in erster Linie von der Akzeptanz der einzelnen Gemeinden und ihrer technischen Ausstattung ab. Die Möglichkeit zu jedem Bereich der Seite öffentlich seine Meinung zu sagen ist erfreulich und es bleibt abzuwarten ob eventueller Missbrauch durch die Community oder Moderatoren wirksam abgefangen werden kann. Die Hemmschwelle zu partizipieren liegt aber bewusst niedrig und macht es dem Nutzer nicht schwer sich zu artikulieren. Weniger gut ist die Usability der Seite wenn es um Behinderungen geht: so existiert keine Möglichkeit die Schriftgröße zu verändern und auch die Bildtitel sind nicht durchgängig mit Alternativtexten für Braille-Lesegeräte formatiert.
Fazit
Der Versuch die evangelische Kirche auch für die Nutzer der neuen Medien ins 21.Jahrhundert zu verlagern ist geglückt. Eine stimmig gestaltete Webseite trifft auf gut gepflegten Inhalt und hoffentlich zahlreiche aktive Benutzer. Durch die einfache Möglichkeit sich zu vernetzen und zu beteiligen wird Menschen mit christlichem Hintergrund und auch allen anderen Interessierten ein gutes Werkzeug an die Hand gegeben. Der Mehrwert dieser Lösung im eGov- Umfeld bietet durchaus einige innovative Ansätze und ist im großen und Ganzen technisch durchaus auf der Höhe der Zeit. Wenn die Pflege der Seite weiter so betrieben wird wie geplant, sollte einem Erfolg der sich auch in vielen Seitenaufrufen ausdrückt ,nichts mehr im Weg stehen.

Ideensuche für die nationale eGov-Strategie - Offen für Alle

Nach einer ziemlich ergebnisoffenen Session beim Berliner eGov-Barcamp 09, in der Ideen und Anregungen der Anwesenden ziemlich direkt aufgenommen wurden, hat sich das BMI entschlossen diesen Weg direkter Beteiligung weiterzugehen. Unter strategie.einfach-online-beteiligen.de besteht vom 1. bis 30. September die Möglichkeit eigene Wünsche, Impulse oder Kritik mit in den Entstehungsprozess einzuarbeiten und somit direkt weiterentwickeln. Über ein Scoringsystem kann man selbst eine Gewichtung der einzelnen Themenfelder vornehmen und in einem offenen Feld eigene Anregungen veröffentlichen. Der Dialog wurde mit Hilfe des Berliner Decision Institute umgesetzt und soll in die weitere Planung der Strategieberatungen im nächsten Jahr einfliessen. Die Kritik die in Berlin hinsichtlich der Partizipation geäußert wurde ("..eGov nur als Hilfsmittel, nicht als Politikansatz..") scheint damit gehört und verstanden worden zu sein.

Briefwahlunterlagen Online

Da Wahlen schon immer eine Königsdiziplin des eGov waren und sind,
ist die Umsetzung der Briefwahl in Stuttgart nicht uninteressant: Die
Wähler können ihre Wahlunterlagen alternativ zum Postweg, ganz
einfach online oder per Fax bestellen und sich schicken lassen. Die
Umsetzung erfolgt über ein spezielles Formular, das mit einer
sichereren SSL-verschlüsselten Übertragung an das Wahlamt übermittelt
wird. Selbst die Hinweise zum Datenschutz und zur (vorübergehenden)
Speicherung der Datensätze sind vollständig und leicht zu verstehen.
Ein gelungenes Beispiel für elektronisch gestützte Wahlen:

 http://stuttgart.de/briefwahl

Review g20c Berlin 2009

Die Premiere des ersten deutschen Barcamps zum Thema Regieren 2.0 ist geglückt. Unter mehr als 300 Teilnehmern die sich im Gebäude der Hertie School of Governance zwischen mehr als 30 verschiedenen Sessions entscheiden konnten war auch ich selbst. Der für mich etwas ungewohnte Ablauf eines BarCamps (es war mein Erstes) wurde dem Thema mehr als gerecht. Nach einem Eröffnungspanel auf dem sich u.A. Anke Domscheit (Microsoft), Dr. Hans Bernhard (IT Beauftragter der Bundesregierung) und Franz Reinhard Habbel (Sprecher Deutscher Städte und Gemeindebund) ihre Einschätzung zum Status Quo und am Ende auch ihre Vision zum eGov in 10 Jahren abgaben, wurden die Sessions geplant. Durch die wirklich zahlreichen Angebote (insgesamt 35 Panels) fiel es teilweise richtig schwer sich für ein Thema zu entscheiden. Die Strategie des BMI das federführend die Deutschland Online Initiative umsetzen soll, war Thema des ersten Panels das ich besucht habe. Das hierbei hochrangige Ministerialvertreter die Anwesenden um eine eigene Ergänzung der gewählten Strategie baten und sich sichtlich bemühten alle Anregungen aufzunehmen (die Umsetzbarkeit war nicht das Thema) war hierbei sehr angenehm. In einem späteren Panel stellte David Bankston seinen (und damit auch den der Obama-Administration) Entwurf einer vernetzten Bürgerschaft unter dem Titel "Neighborhood connected" vor. Hierbei werden verschiedene Stufen der Interaktion gewählt um das jeweils richtige Maß für die jeweils auftraggebende föderale Ebene zu finden. Um Probleme mit dem Datenschutz zu umgehen tritt die Regierung hierbei nicht als Betreiber der Seiten auf. Das Deutschland mit seinen relativ rigiden Datenschutzbestimmungen hierbei nicht das gleiche Potenzial zur Umsetzung und Aktivierung einer aktiven Bürgerschaft auf diesem Weg gehen kann wurde deutlich. Gelungene Beispiele für die Arbeit von Neighborhood America Inc. werde ich ausführlich in den nächsten Wochen hier vorstellen. Andere Themen waren u.A. Crowd Sourcing, Mobile eGov, Bürgerpartizipation oder die Vision vom eGov der Zukunft.

Abseits der Sessions war der Austausch mit den Teilnehmern auch in den Pausen sehr spannend. Der gewollte Low-Key-Charakter der Veranstaltung und der hohe Anteil von Verwaltungsvertretern (ca. 40% der Teilnehmer) haben zu einer fachlich wirklich hochklassigen und darüber hinaus auch praxisrelevanten Veranstaltung beigetragen.

http://www.flickr.com/photos/32086140@N08/3865052940/in/pool-g20c

Kurioses zum Schluss: weniger ernst gemeint scheint mir dagegen die Idee der Veranstalter eine Twitterwall einzurichten, bei der alle mit dem Hashtag #g20c versehenen Twitter-Einträge (Tweets) live auf die Wand im Audimax geworfen wurden und man die teilweise etwas sinnfreien Einträge der zahllosen Twitter-User vor Ort in Echtzeit lesen konnte. Einen Sinn darin hat allerdings Patrick Brauckmann bei der Kampagnenfabrik entdeckt, Kritik in Echtzeit, projeziert über den Köpfen des Panels. Überhaupt war die unheimliche Smartphone und Laptopdichte unübersehbar, teilweise wurden von Usern mehrere Geräte gleichzeitig genutzt, eGov 2.0 schien da fast schon zum Greifen nah.

Dem Orga-Team und den Sponsoren herzlichen Dank für diese extrem gelungene und hoffentlich im nächsten Jahr wiederholte Veranstaltung.

 

government 2.0 Camp Berlin

Unter dem Motto “Verwaltung trifft Social Media” findet am 28.8.2009
in der Berliner Hertie School of Governance das erste Bar Camp zum
Thema “Government 2.0”.
 
Die Leitfragen der inhaltlich (ganz bewusst) recht frei gestalteten
Panels sind “Transparenz, Kollaboration und Partizipation”, also all
die Begriffe die Idealisten gern mit dem Modell des eGovernment
verbinden. Themen sind unter Anderem:
-Soziale Netzwerke im öffentlichen Sektor
-Radikale Transparenz als
Public Management Strategie-Ansatz
-Kommunalverwaltung 2.0,
Bürgerbeteiligung und die Rolle von Nonprofit-Organisationen auf
lokaler Ebene
-Die globale Agora - Demokratie neu gedacht
-Elektronische Bürgerhaushalte und digitalisierte Beteiligung in
Planungsverfahren
-Innovation und Collaboration für eine Ideenfabrik des öffentlichen
Sektors in Deutschland
 
Somit ist das Themenfeld von theoretischen Reflexionen, konkreter
Ausgestaltung von Verwaltungsmodernisierung bis hin zur Entwicklung
zukünftiger Modelle und Ansprüche an digitales Regieren weit
aufgespannt. Durch die zahlreichen Sponsoren ist diese Veranstaltung
kostenfrei für die Teilnehmer. Es sind nur noch wenige Restplätze
vorhanden.
 
Ich freue mich auf anregende Panels und Gespräche.